Mein Name ist Reinhard Tiedemann. Ich habe in Hamburg Mathematik studiert und danach gut dreißig Jahre als Aktuar bei einer Lebensversicherung gearbeitet. Aktuare rechnen aus, wie lange Menschen leben, wie oft sie krank werden und was das kostet. Es ist ein Beruf, in dem man sich angewöhnt, jede schöne Zahl erst einmal misstrauisch anzusehen. Seit einigen Jahren bin ich im Ruhestand und wohne in Lüneburg.
Dass ich mich ausgerechnet mit der Mathematik der Partnersuche beschäftige, hat zwei Gründe. Der erste liegt schon eine Weile zurück. Im Oktober 2012 las ich beim Frühstück in der Zeitung, dass der Wirtschaftsnobelpreis an Lloyd Shapley und Alvin Roth ging, und in dem Artikel war von einem „Heiratsproblem“ die Rede. Ich kannte den Algorithmus dunkel aus dem Studium, hatte ihn aber für eine Knobelaufgabe gehalten. Dass damit in Amerika Assistenzärzte auf Kliniken verteilt werden, wusste ich nicht. Den Zeitungsausschnitt habe ich aufgehoben, er lag jahrelang in einer Schublade.
Der zweite Grund ist familiär. Eines unserer beiden Kinder hat seinen Partner über eine App kennengelernt. Die beiden sind glücklich, und ich habe mich nie eingemischt. Aber als Rechner wollte ich wissen, was da eigentlich passiert: Nach welchen Regeln werden Vorschläge gemacht? Was sagt ein Persönlichkeitstest wirklich voraus? Und stimmt es, dass heute die meisten Paare sich im Internet finden? Meine Frau, die ich 1979 ganz ohne Rechenverfahren auf einer Studentenfete kennengelernt habe, meinte damals, ich solle das doch aufschreiben, dann müsse sie es nicht mehr beim Abendessen hören. Hier ist es.
Auf dieser Seite finden Sie keine Flirttipps und keine Empfehlungen für bestimmte Anbieter. Sie finden Mathematik, die ich nachgeprüft und, wo es geht, nachgerechnet habe, dazu die Quellen, aus denen sie stammt.
Den Anfang machen die stabilen Paare: ein Aufsatz von David Gale und Lloyd Shapley aus dem Jahr 1962, der zeigt, dass man zwei Gruppen immer so zusammenbringen kann, dass kein Paar einen Grund zum Ausbrechen hat. Wer es genau wissen will, findet ein durchgerechnetes Beispiel Runde für Runde.
Eine ganz andere Frage ist, wann man mit dem Suchen aufhören sollte. Dazu gibt es die bekannte 37-Prozent-Regel, an der schon Johannes Kepler bei seiner zweiten Ehe herumgedacht hat, und für Leser mit Geduld die Herleitung des Sekretärinnenproblems.
Wie moderne Partnerbörsen ihre Vorschläge berechnen, soweit die Unternehmen das offenlegen, und was Persönlichkeitstests nach dem Stand der Forschung vorhersagen können, sind die nächsten beiden Themen. Dort geht es weniger um Beweise als um Daten, und da bin ich als Aktuar eher zu Hause.
Die Zahlen zur Partnersuche sammeln, was sich belastbar sagen lässt, darunter eine kleine Überschlagsrechnung für Lüneburg. Und weil die angewandte Mathematik auch einmal ein Leben jenseits von Partnerbörsen hatte, gibt es einen Rückblick auf Tagungen der angewandten Mathematik.
Wer ich bin und wie ich arbeite, steht unter Über mich. Die verwendete Literatur ist unter Quellen versammelt. Fehler meldet man mir am besten per E-Mail, ich rechne dann nach.


