Ein Hobbyprojekt von
Reinhard Tiedemann, Lüneburg

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Ich bin Diplom-Mathematiker und habe gut dreißig Jahre lang als Aktuar Sterbetafeln und Tarife gerechnet. Im Ruhestand rechne ich an etwas Freundlicherem: an der Frage, wie Menschen zueinander finden. mehr…

Über mich

Mechanische Rechenmaschine der Marke Brunsviga mit Kurbel und Einstellhebeln in einer MuseumsvitrineEine Brunsviga im Deutschen Hafenmuseum in Hamburg. An so einer Maschine habe ich im ersten Semester noch gekurbelt.

Ich heiße Reinhard Tiedemann, bin Diplom-Mathematiker und habe in Hamburg studiert. Nach dem Diplom bin ich bei einer Lebensversicherung gelandet und dort gut dreißig Jahre geblieben, als Aktuar. Das ist der Beruf, der Sterbetafeln liest wie andere Leute den Wetterbericht. Man kalkuliert Beiträge, schätzt Rückstellungen und erklärt dem Vorstand geduldig, warum eine Zahl nicht größer wird, nur weil man sie zweimal ausrechnet.

Seit einigen Jahren bin ich im Ruhestand. Meine Frau und ich wohnen in Lüneburg, die beiden Kinder sind erwachsen und aus dem Haus. Eines von ihnen hat seinen Partner über eine App gefunden. Das hat mich neugierig gemacht, nicht besorgt, und aus der Neugier ist diese Seite geworden. Dazu kam ein Zeitungsartikel über den Wirtschaftsnobelpreis 2012, in dem von einem mathematischen Heiratsproblem die Rede war. Ich hatte den Ausschnitt aufgehoben, ohne recht zu wissen, wofür. Jetzt weiß ich es.

Wie ich arbeite, ist schnell erklärt. Ich lese die Originalarbeiten, soweit sie zugänglich sind, und nicht nur die Zusammenfassungen darüber. Wenn in einem Artikel eine Zahl steht, suche ich die Stelle, an der sie zuerst veröffentlicht wurde. Oft ist sie dort vorsichtiger formuliert als in der dritten Nacherzählung. Rechnungen rechne ich nach, meistens zuerst mit Bleistift und dann mit einem kleinen Programm. Stimmen beide nicht überein suche ich den Fehler, und in der Regel liegt er beim Bleistift. Was ich nicht belegen kann, schreibe ich nicht hin, und wo die Forschung uneins ist, sage ich das. Die Literatur steht gesammelt unter Quellen. Bei Statistiken schaue ich zuerst, wer gefragt wurde, wie viele es waren und wer die Befragung bezahlt hat. Das ist eine Berufskrankheit, aber eine nützliche.

Ebenso wichtig ist, was diese Seite nicht ist. Ich gebe keine Flirt- oder Beziehungsratschläge, dafür bin ich der Falsche. Meine Frau habe ich 1979 auf einer Studentenfete kennengelernt, ohne jede Methode, und würde das niemandem als Strategie empfehlen. Ich teste auch keine Partnerbörsen, vergebe keine Noten und verlinke keine Anbieter. Wenn ich Unternehmen nenne, dann als Beispiel dafür, wie ein Verfahren funktioniert, nicht als Kaufempfehlung. Wer eine Bewertung sucht, ist hier falsch.

Was ich stattdessen anbiete, ist ein nüchterner Blick auf die Mathematik dahinter. Etwa auf die Frage, warum sich zwei Gruppen immer stabil zusammenbringen lassen, oder was von der 37-Prozent-Regel übrig bleibt, wenn man sie ernsthaft auf das Leben anwendet.

Wer einen Fehler findet oder eine Quelle kennt, die ich übersehen habe, schreibt mir bitte an r.tiedemann@gamm202021.de. Ich antworte nicht immer sofort, aber ich rechne jede begründete Beanstandung nach.

 

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Rechenecke

1/e ≈ 0,3679

So groß ist der Anteil der Kandidaten, die man sich nach der klassischen Stopp-Regel erst einmal nur ansieht. Und ungefähr so groß ist auch die Chance, am Ende den Besten zu erwischen. Herleitung…

Zitat

„Wer rechnet, verliebt sich nicht weniger. Er weiß hinterher nur genauer, wie unwahrscheinlich das Ganze war.“

aus einem Brief an meine Tochter

© Reinhard Tiedemann, Lüneburg